Alice im Wunderland

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Das Märchen lesen

Alice fing an sich zu langweilen. Sie saß schon lange bei ihrer Schwester unter dem Baum und hatte nichts zu tun. Das Buch, das ihre Schwester las, gefiel ihr nicht, denn es waren weder Bilder noch Gespräche darin. »Und was nützen Bücher,« dachte Alice, »ohne Bilder und Gespräche? « Sie überlegte sich eben, ob es der Mühe wert sei auf- zustehen und Gänseblümchen zu pflücken, um eine Kette damit zu machen, als plötzlich ein weißes Kaninchen mit rosa Augen dicht an ihr vorbeirannte. Aber als das Kaninchen seine Uhr aus der Westentasche zog, nach der Zeit sah und eilig fortlief, sprang Alice auf, denn es war ihr doch noch nie vorgekommen, ein Kaninchen mit einer Westentasche und einer Uhr darin zu sehen.
Vor Neugierde brennend, rannte sie ihm nach über den Grasplatz, und kam noch zur rechten Zeit, um es in ein großes Loch unter der Hecke schlüpfen zu sehen. Im nächsten Augen- blick war sie ihm nach in das Loch hineingesprungen, ohne zu bedenken, wie in aller Welt sie wieder heraus- kommen könnte.
Der Eingang zum Kanin- chenbau lief erst gerade- aus, wie ein Tunnel, und ging dann plötzlich abwärts. Ehe Alice noch den Gedanken fassen konnte sich schnell festzuhalten, fühlte sie schon, dass sie fiel, wie es schien, in einen tiefen, tiefen Brunnen. Plötzlich stand sie vor einem kleinen dreibeinigen Tisch, ganz von dickem Glas. Es war nichts darauf als ein winziges goldenes Schlüsselchen.
Als sie herum ging, kam sie an einen niedrigen Vorhang, den sie vorher nicht bemerkt hatte, und dahinter war eine kleine Tür. Sie steckte das goldene Schlüsselchen ins Schlüsselloch und zu ihrer großen Freude passte es. Alice schloss die Tür auf und fand, dass sie zu einem kleinen Gange führte, nicht viel größer als ein Mäuseloch. Sie kniete nieder und sah durch den Gang in den reizendsten Garten, den man sich denken kann. Wie wünschte sie, aus dem dunklen Korridor zu gelangen und unter den bunten Blumenbeeten und kühlen Springbrunnen umher zu wandern, aber sie konnte kaum den Kopf durch den Eingang stecken.
Es schien ihr ganz unnütz, länger bei der kleinen Tür zu warten. Daher ging sie zum Tisch zurück. Diesmal fand sie ein Fläschchen darauf. »Das gewiss vorhin nicht hier stand,« sagte Alice und um den Hals des Fläschchens war ein Zettel gebunden, mit den Worten »Trinke mich!« wunderschön in großen Buchstaben darauf gedruckt. Und so trank sie die Flasche aus. »Was für ein komisches Gefühl!« sagte Alice. »Ich verwandle mich in ein Teleskop.« Und so war es in Wirklichkeit: jetzt war sie nur noch zehn Zoll hoch, und ihr Gesicht leuchtete bei dem Ge- danken, dass sie nun die rechte Höhe habe, um durch die kleine Tür in den schönen Garten zu gehen.
Schließlich kam Alice in den wunderschönen Garten. »Was für eine himmlische Schönheit« sagte das Mädchen. Sie war genauso groß wie die Mäuschen, die zwischen den Blumen rannten. In kurzer Zeit aber wurde es Alice wieder lang- weilig und sie wollte wieder so groß wie vorher sein. Dann auf einmal kam zu ihr das weiße Kaninchen mit rosa Augen, das Alice mit seinem Dienst- mädchen verwechselte und sagte ihr: »Geh zu meinem Haus und bring mir meine Handschuhe und meinen Fächer.« Alice war sehr verwirrt aber dachte, dass sie im Haus des Kaninchens etwas finden kann, das ihr hilft, wieder groß zu werden.
Alice spazierte ein wenig herum und gelangte zum Haus des weißen Kaninchens. Neugierig ging sie hinein und fand einen Kuchen mit einem Zettel vor. »Iss mich!«, stand darauf. »Ich bin so hungrig«, dachte Alice und die Kleine aß ein Stück davon. Plötzlich begann sie zu wachsen. Sie wurde größer und größer und füllte bald das ganze Zimmer aus.
Nach einem Weilchen hörte sie Schritte in der Entfernung. Es war das weiße Kaninchen, das prachtvoll herausgeputzt zurückkam, mit einem Paar weißen Handschuhen in einer Hand und einem Fächer in der anderen. Es gab Alice den Fächer und als sie ihn in die Hand nahm und zu fächern begann, so wurde sie wieder kleiner, bis sie wieder nicht mehr zur Tischplatte reichen konnte. Und Tränen kamen ihr in ihre Augen als sie weitersprach: »Ach, ich werde nie wieder normal sein«, so flüchtete Alice in den Wald, um Hilfe zu suchen.
Nach einer Weile sah Alice eine grüne Raupe mit rosa Jacke, die auf einem riesigen Pilz saß und eine Blubberpfeife rauchte. Sie sprach die Raupe an und erfuhr, dass die eine Seite des Pilzes größer, die andere kleiner macht. Alice umfasste den Schirm des Pilzes mit beiden Armen und probierte abwechselnd links und rechts ein Stückchen. Und so konnte sie endlich wieder ihre normale Größe erlangen. Jetzt aber wusste sie nicht in welche Richtung sie weitergehen muss.
Dann hörte das Mädchen eine süße Stimme »Dieser Pfad führt zu dem Hutmacher und der andere zu dem März- hasen. Besuche welchen du willst: sie sind beide toll.« Alice drehte sich herum sah, dass auf dem Baumzweig eine Grinsekatze saß. Dann sagte die Grinse-Katze »Wir werden uns später bei dem Croquetfeld der Königin sehen.« Und verschwand ganz langsam, wobei sie mit der Schwanzspitze anfing und mit dem Grinsen aufhörte, das noch einige Zeit sichtbar blieb, nachdem das Übrige verschwunden war.
Als Nächstes gelangte Alice zum Haus des Märzhasen. Vor dem Haus stand ein gedeckter Teetisch, an welchem der Märzhase und der Hutmacher saßen. Ein Murmeltier saß zwischen ihnen, fest eingeschlafen, und die beiden anderen benutzten es als Kissen, um ihre Ellbogen darauf zu stützen, und redeten über seinem Kopfe miteinander. »Sehr unbequem für das Murmeltier,« dachte Alice. »Nun, da es schläft, wird es sich wohl nichts daraus machen.« Der Tisch war groß, aber die drei saßen dicht zusammen- gedrängt an einer Ecke: »Kein Platz! Kein Platz!« riefen sie aus, sobald sie Alice kommen sahen. »Über und über genug Platz!« sagte Alice unwillig und setzte sich in einen großen Armstuhl am Ende des Tisches. »Ist dir etwas Saft gefällig?« nötigte sie der Märzhase. Alice sah sich auf dem ganzen Tisch um, aber es war nichts als Tee darauf. »Ich sehe keinen Saft,« bemerkte sie. »Es ist keiner hier,« sagte der Märzhase. »Dann war es gar nicht höflich von dir, mir welchen anzubieten,« sagte Alice ärgerlich. »Es war gar nicht höflich von dir, dich ungebeten herzusetzen,« sagte der Märzhase. »Ich wusste nicht, dass es dein Tisch ist. Er ist für viel mehr als drei gedeckt.« Dann sagte der Hutmacher »Du kannst bei uns bleiben, aber nur wenn du die Antwort zu dem Rätsel findest!«
Der Hutmacher riss die Augen weit auf und sagte nichts weiter als: »Warum ist ein Rabe wie ein Rittersmann?« Nach einer Weile wandte sich der Hutmacher an Alice »Hast du das Rätsel schon gelöst?«. »Nein, ich gebe es auf,« antwortete Alice, »Was ist die Antwort?« »Davon habe ich nicht die leiseste Ahnung,« sagte der Hut- macher. »Ich auch nicht,« sagte der März- hase. Alice seufzte verstimmt. »Ich dachte, ihr könntet die Zeit besser nutzen,« sagte sie, »als mit Rätseln, die keine Auflösung haben.« Das war endgültig zu grob für Alice, sie stand ganz beleidigt auf und ging fort.
Auf einmal befand sich Alice im Garten, wo die Königin Croquet spielte. Ein großer hochstämmiger Rosenstrauch stand nahe beim Eingang. Die Rosen, die darauf wuchsen, waren weiß geworden statt rot und drei Gärtner, in der Form von Spielkarten, waren damit beschäftigt, sie rot zu malen. Im nächsten Augenblick hörte man die schrille Stimme der Königin, die die drei Gärtner entdeckte, als sie Croquet spielte: »Kopf ab!« rief sie, »Ich hasse weiße Rosen!«
Dann bemerkte die Königin, dass Alice neben den Gärtnern stand und forderte das Mädchen auf, mit ihnen Croquet zu spielen, wobei ein Flamingo als Schläger und ein Igel als Ball dienten. Und falls Alice gewann, dann würde die Königin auch ihr den Kopf abschlagen.Es entstand ein heilloses Chaos und am Ende wurden alle, bis auf Alice, von der Herzkönigin zum Tode verurteilt. Dann hörte man eine Trompete spielen und so gingen alle auf einmal zur Gerichtsversammlung.
Jetzt musste geklärt werden, wer der Königin das Törtchen geklaut hatte. Im Gerichtssaal traf Alice den verrückten Hutmacher wieder, der als Zeuge geladen war, aber gerade als Alice als Zeugin aufge- rufen wurde, begann sie wieder zu wachsen. Bald war sie so groß, dass Panik im Gericht ausbrach. »Herunter mit ihrem Kopf!« Rief die Königin so laut sie konnte, da sie dachte, dass Alice das Törtchen gegessen hat. Niemand rührte sich. »Wer hat denn Angst vor euch?« sagt Alice, »ihr seid nichts als ein Packen Spielkarten!«
Daraufhin erhob sich der ganze Kartenspiel in die Luft und kam auf sie heruntergeflogen. Sie stieß, halb ängstlich und halb ärgerlich, einen kleinen Schrei aus und versuchte, die Karten wegzuschlagen. Und sie fand sich am Ufer wieder, mit dem Kopf im Schoß ihrer Schwester liegend, die ihr sanft ein paar verdorrte Blätter, die von den Bäumen herunter- geflattert waren, aus dem Gesicht strich. »Wach auf, Alice, Liebes!« sagte ihre Schwester. »Wie lange du geschlafen hast!« »Oh, ich hatte solch einen merkwürdigen Traum!« sagte Alice.

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